DIE LINKE, Ralf Fischer

Philipp Müller Demo: Rede DIE LINKE, Ralf Fischer

Redemauskript

Philipp Müller – für ein unvoreingenommenes Gedenken

Die Bennung von Straßen, Brücken und Gebäuden nach historischen Personen hat den Sinn, dass sich auch spätere Generationen an sie erinnern. Aber sie sind auch ein Symbol dafür, wie eine Stadt politisch „tickt“. Bislang erinnert an dieser Stelle nichts an die Ereignisse des 11. Mai 1952 und an Philipp Müller. Was wohl auch daran liegt, dass die Stadt Essen hat so ihre Schwierigkeiten hat, wenn es um die Ehrung von Personen geht, die politisch fortschrittlich gedacht und gewirkt haben.

Wir erinnern uns noch gut an die Debatte im letzten Jahr, als der Arbeiterdichter und Kämpfer im spanischen Bürgerkrieg Hans Marchwitza seine Straße nicht bekam.
Vor einiger Zeit wurde am Nordrand der Innenstadt eine Straße nach Käthe Larsch benannt, einer Widerstandskämpferin gegen das Dritte Reich. Und was passierte? Ein dort gelegenes Seniorenheim bekam eine andere Adresse in der Friedrich-Ebert-Straße nebenan. Die Hausleitung wollte einfach keine Käthe Larsch auf ihrem Briefkopf haben!

Dagegen erinnern etliche Straßennamen in Essen an Militaristen und Wegbereiter des Faschismus. Ob hier in Rüttenscheid die Von-Einem-Straße oder die Von-Seeckt-Straße, die prominenteste davon ist sicherlich die Hindenburgstraße in der Innenstadt – ich will sie nicht alle aufzählen, da stünden wir noch länger hier.

Immerhin gibt es einen Platz für Heinz Renner, den ersten Oberbürgermeister Essens nach dem zweiten Weltkrieg, von der KPD. Für seine unbestrittenen Verdienste um die Stadt hat er einen kleinen bescheidenen Platz im Westviertel bekommen.

Um an die Ereignisse des 11. Mai 1952 zu erinnern, wollen fortschrittliche Kräfte in unserer Stadt schon lange diese Brücke hier „Philipp-Müller-Brücke“ nennen und eine Gedenktafel anbringen. Seit der Kommunalwahl 2009 haben sich die Chancen verbessert. Es gibt hier in der Bezirksvertretung eine Zusammenarbeit von SPD, GRÜNEN und LINKEN. Und nach einigem Ringen hinter den Kulissen hat es unsere Bezirksertreterin Cornelia Swillus-Knöchel geschafft, die anderen Parteien zu überzeugen: Am 24. Mai steht der Antrag auf der Tagesordnung.

Wir lassen hier nicht locker: Wir wollen, dass in unserer Stadt nicht länger die ideologischen Schlachten von gestern geschlagen werden. Wir wollen, dass man sich nicht aus der politischen Verantwortung für den Mord von 1952 stiehlt. Wir wollen, dass hier an dieser Stelle an Philipp Müller und den 11. Mai 1952 erinnert wird.

12. Mai 2012
Ralf Fischer, Kreisvorstand DIE LINKE. Essen

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