Rede von Rebell

Liebe Teilnehmer,

es ist ein super Gefühl, heute hier zu sein. Wir haben an diesem Wochenende etwas tolles auf die Beine gestellt, das in die Zukunft weist. Nahezu alle linken Organisationen in Essen organisieren diese Manifestation gegen den Militarismus und zur Ehrung des jungen Kommunisten Philipp Müllers, der vor 60 Jahre von der Polizei erschossen wurde!

Das ist heute alles andere als selbstverständlich. Die Regierung will den Antikommunismus zur Grundlage der öffentlich geförderten Jugendarbeit machen, und verbreitet darum eifrig ihre Totalitarismus Theorie. Das wird zu Recht breit abgelehnt!

Es soll davon ablenken, dass die einzige Demokratie, die wir hier haben, darin besteht alle paar Jahre ein Kreuz zu machen.

Kapitalismus-kritisch dürfen wir noch sein, aber erlaubt man sich, das System der Ausbeutung und Unterdrückung aktiv in Frage zu stellen, ist schnell Schluss mit Demokratie. Trotzdem besteht die Hauptmethode der Herrschenden heute noch darin, die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Der Kapitalismus ist alles andere als fest im Sattel. In etwa 50 Prozent der Länder der Welt werden die Verhältnisse durch Massenkämpfe, Streiks, oder Aufstände in Frage gestellt.

Weil er uns keine positive Zukunft bieten kann, wollen sie uns einreden, er sei alternativlos und der Sozialismus gescheitert.

Diese Antikommunismuskampagne ist EU-weit gesteuert.

Die Verbreitung von Geschichtsfälschungen ist dabei Alltag. Nach dem 2.Weltkrieg wäre es undenkbar gewesen, Stalin in der Öffentlichkeit als Massenmörder darzustellen, schließlich trug die Rote Armee unter seiner Führung den Hauptanteil an der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Heute dürfen sogenannte “Verfassungsschützer” ihre Hetze im Unterricht verbreiten, und ihre wissenschaftlichen “Beweise” bestehen darin, dass ein Antikommunist den anderen zitiert. Und wenn man es oft genug wiederholt, gilt es dann als wahr.

Moderner Antikommunismus bedeutet aber nicht nur Propaganda, sondern ist ein ganzes System der Manipulation und Unterdrückung. Andere Ansichten, Analysen oder eine sachliche Diskussion werden rigoros unterdrückt. Das lehnen die meisten Menschen ab. Und trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl zurück, was davon abhält sich genauer mit dem Sozialismus zu beschäftigen.

Viele Jugendliche beteilligen sich an Demos für konkrete Sachen, aber es ist nicht gerade „In“, sich zu organisieren. Das ist auch eine Wirkung des Antikommunismus, als würde man damit eine individuelle Freiheit verlieren. Diese gibt es aber in diesem unfreien System nicht, man kann sie sich nur organisiert erkämpfen.

Lasst uns darum gemeinsam in die Offensive gegen den alten und neuen Antikommunismus gehen! Wir sind keine Hunde, die man mit Maulkörben bändigen kann! Von denen, die unsere Zukunft zerstören, lassen wir uns nicht vorschreiben, was wir zu denken haben!

Damit das möglich ist, muss gelten: „Gib Antikommunismus keine Chance!“, unabhängig davon, ob man sich selbst als Sozialist sieht oder nicht. Das macht den Weg frei für gesellschaftliche Perspektiven. Denn der Antikommunismus hat keine andere Aufgabe, als uns den Weg in eine positive Zukunft zu verbauen!

Philipp Müller kämpfte dafür. Er sah im antifaschistischen Aufbau auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eine Perspektive für sich und seine Familie. Darum verlor er seinen Job und bezahlte letztlich mit seinem Leben.

Wenn wir ihn heute ehren, ist uns das auch eine Verpflichtung, seinen Kampf fortzuführen.

Rebellion ist gerechtfertigt! Vorwärts zum echten Sozialismus!

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